Wo lebt es sich als Senior besser:

Pflegeheim oder Wohngemeinschaft?

Irgendwann kommt die Zeit, in der eine Person im dritten Lebensabschnitt auf Pflege angewiesen ist. Für viele ist der Gedanke beängstigend, denn sie sorgen sich um ihr Wohlbefinden. Schnell kommen Bilder von überfüllten Pflegeheimen in den Kopf, in denen das gestresste Personal die Senioren wie am Fließband betreut. Platz für Individualität und ein nettes Wort bleibt kaum noch. Leider ist dieses Angstszenario allzu oft die Realität. Gibt es keine Alternative zum Altersheim? Doch es gibt sie: die Wohngemeinschaft inklusive einer Pflege.

Was sind Wohngemeinschaften für Senioren?

Die Pflegewohngemeinschaften unterscheiden sich deutlich von den Pflegeheimen. In ihnen leben nicht mehr als 12 pflegebedürftige Senioren. Manchmal benötigen nicht alle Bewohner eine externe Pflege, sondern sie können sich komplett selbst versorgen. Alle Bewohner besitzen in der WG ein eigenes Zimmer, welches sie sich nach ihren Ansprüchen einrichten. Für gewöhnlich bringen sie Möbelstücke aus ihrem alten Haus oder ihrer alten Wohnung mit. Zusätzlich existieren Gemeinschaftsräume, die zum geselligen Beisammensein dienen. Auch eine Küche ist vorhanden, in der die Bewohner oder eine Pflegehilfskraft Essen zubereiten. Sie übernehmen betreuende, organisatorische oder verwaltende Aufgaben. Manchmal unterstützen sie die WG-Bewohner im Haushalt. Oft tun sich in der WG Senioren zusammen, die eine ähnliche Pflege benötigen. Auf diese Weise lassen sich die Tätigkeiten der Pflegehilfskraft besser organisieren.

Welche Vorteile und Nachteile hat die betreute Senioren-WG?

Ein klarer Vorteil der Senioren-WGs ist, dass in einer Gruppe mit überschaubarer Größe gewohnt wird. Die Fachkräfte können sich viel mehr Zeit für den Einzelnen nehmen, als es in den meisten Pflegeheimen möglich ist. Das Verhältnis Pflegehilfskraft – Bewohner beläuft sich auf 1:6. In regulären Altersheimen liegt es oft bei 1:20 oder ist noch schlechter. Durch die direkte Betreuung stellt sich ein verbessertes Wohlbefinden ein. Darüber hinaus haben die Bewohner untereinander Kontakt. Sie können zusammen den Tag gestalten und sich unterhalten. Niemand muss sich allein oder abgeschoben fühlen. Gemeinsam lassen sich Feiertage begehen oder Unternehmungen planen. Wer mag, kann sich in der WG entsprechend seiner Fähigkeiten einbringen. Auch dies stärkt die Lebensqualität. Ein passionierter Alt-Koch zaubert für seine Mitbewohner ein kleines Menü zu Weihnachten. Die begabte, aber betagte Näherin flickt für die anderen WG-Bewohner die Kleidung. Beschäftigungen – angepasst an die eigenen Neigungen und Möglichkeiten – halten Gehirn und Körper fit. Zugleich stärken sie das Selbstbewusstsein.

Und gibt es Nachteile? Die Vorteile der Pflegewohngemeinschaften überwiegen. Jedoch fühlt sich nicht jeder in solch einem Wohnkonzept wohl. Einige Senioren waren schon immer Eigenbrötler oder das Alter hat sie dazu gemacht. Sie scheuen sich vor einem engen Kontakt zu anderen Senioren, weswegen sie lieber allein für sich bleiben.

Gibt es Zuschüsse für die Pflegewohngemeinschaft?

Eine Pflegewohngemeinschaft kostet wie ein Pflegeheim Geld. Es fallen Kosten fürs Wohnen und die Betreuung an. Wie hoch diese sind, hängt entscheidend von der jeweiligen WG ab. Pflegebedürftige Menschen in Pflegewohngemeinschaften haben einen Anspruch auf einen Wohngruppenzuschlag. Seine Höhe liegt circa zwischen 214 und 260 Euro pro Monat. Von diesem Betrag wird auf die Fachkraft bezahlt. Betroffene sollten sich beim lokalen Sozialamt melden, um diesen Zuschuss zu erhalten. Des Weiteren können Pflegebedürftige weitere Zuschüsse einfordern. So kann die Pflegekasse beispielsweise einen Treppenlift bezuschussen oder andere Leistungen für altersgerechte Umbaumaßnahmen erbringen. Es ist ratsam, sich bei der Pflegekasse direkt zu erkundigen, wenn der Einzug in eine Wohngemeinschaft geplant ist.

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